Nicaraguanische Presseüberblick

Was wir machen: Das Pressemonitoringteam (derzeit 14 Personen) der Initiative SOSNicaragua-Deutschland erstellt seit April einen Pressespiegel über die nicaraguanische, internationale und deutschsprachige Berichterstattung (s.u. für nähere Infos zu den beobachteten Medien). Dieses deckt die aktuelle Situation in Nicaragua im Zusammenhang mit den Protesten, die am 18. April begonnen haben, ab. Damit möchten wir angesichts eines nur leisen Medienechos hierzulande den Zugang zu verschiedene Informationsquellen über die Situation in Nicaragua über zwei Wege bündeln und erleichtern:

  • Emailnewsletter: Wir verschicken unseren internationalen und deutschsprachigen Pressespiegel sowie eine Artikelauswahl aus der umfangreichen nicaraguanischen Berichterstattung im wöchentlichen Rhythmus per Emailnewsletter. Bei Interesse, unseren wöchentlichen Newsletter zu erhalten, schreibt uns bitte eine kurze Mail an sosnicaragua.alemania@protonmail.com.
  • Pressespiegelarchiv: Die Artikel-Vollerhebung der nicaraguanischen Berichterstattung sowie die wöchentlichen Artikelauswahlen und die Pressespiegel der internationalen und deutschsprachigen Medien der zurückliegenden Wochen stehen auf dieser Webseite zum Download zur Verfügung.

Für den ersten Informationseinstieg


Die monatlich erscheinende revista envío der Universidad Centroamericana (UCA) veröffentlicht ausgezeichnete Analysen zur derzeitigen Situation in Nicaragua in englischer Übersetzung. Für einen thematischen Einstieg seien folgende Artikel empfohlen:

Die Nicaragua Briefs geben eine sumarische monatliche Übersicht über die wichtigsten Ereignisse

Welche Medien decken wir ab?


  • Nicaraguanische Medien: El Nuevo Diario, La Prensa, 100% Noticias, Confidencial, Artículo 66, El 19 Digital, La Voz del Sandinismo (zur politischen Einordnung der Medien siehe unten).

  • Internationale Medien: El País, New York Times, The Guardian, Washington Post, The Economist, BBC News, BBC Mundo, CNN, CNN español, UN News, Univisión, Infobae, Aljazeera, Xinhua (China), The Deccan Herald (Indien), Russia Today, Taiwan News, Japan Times.
  • Deutsche Medien: Deutsche Welle, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Tageszeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Spiegel Online, Neue Zürcher Zeitung.

Mediencharakterisierung und Haftungsausschluss


Im nicaraguanischen Pressespiegel wird bewusst ein breites Spektrum an Medien berücksichtigt. In diesem Sinne halten wir es für angemessen, jedes dieser Medien kurz zu charakterisieren:

  • El Nuevo Diario wurde 1980 im Kontext der Revolution als eine sandinistische Zeitung gegründet. Lange Zeit war diese Tageszeitung der sandinistischen Partei (FSLN) gegenüber kritisch eingestellt. 2012 wurde sie von einer Ortega-nahen Unternehmergruppe gekauft und mäßigte ihre Haltung gegenüber der FSLN. Mit dem Beginn der Proteste und der Repressionen durch die Regierung im April 2018 kehrte sie zu ihrem früheren oppositionsnahen Kurs zurück.
  • La Prensa ist die älteste aktive Tageszeitung Nicaraguas. Von der einflussreichen Familie Chamorro gegründet, vertritt sie bürgerlich-demokratische und konservative Werte und ist seit jeher in der Opposition zu Ortega.
  • Der Nachrichtensender 100% Noticias, geleitet von Miguel Mora, wies bis April 2018 eine ausgewogene Berichterstattung auf, in der sowohl Regierungs-, als auch Oppositionsvertreter*innen zur Sprache kamen. Mora selbst erklärte sich als Anhänger der FSLN. Nachdem der Sender in den ersten Tagen der Proteste von der Regierung abgeschaltet wurde, nahm er und mit ihm der Sender eine ausdrücklich anti-orteguistische Haltung an.
  • Confidencial wird von dem bekannten Journalisten Carlos Fernando Chamorro geleitet. Das Medienportal verfolgt eine gemäßigte mitte-links Linie und ist sehr kritisch gegenüber der Regierung.
  • envío ist eine monatlich erscheinende Zeitschrift der Universität Universidad Centroamericana UCA. Sie verfolgt eine sandinistische, antiorteguistische Linie und wird hauptsächlich von Akademikern und Intellektuellen gelesen.
  • Artículo 66 ist ein neues digitales Medium, welches von jungen Journalisten gegründet wurde. Sie vertreten bisher eher linksliberale Werte.
  • El 19 Digital ist vollkommen FSLN-treu und wird als eines der wichtigsten Sprachröhre der Regierung gesehen.
  • La Voz del Sandinismo ist ein Internetportal, das von einem regierungsnahen geleitet wird. Die Internetseite veröffentlicht ausschließlich Artikel und Sichtweisen, die mit der Medienpolitik der Regierung im Einklang sind. Die Plattform archiviert als regierungsnahe Quelle außerdem die Reden von Daniel Ortega und Rosario Murillo.

Die Ersteller*innen dieses Pressespiegels übernehmen keine Haftung für die Aussagen und die Redaktion der dargestellten Artikel. Die Legitimität und Unbestreitbarkeit der Information kann von Artikel zu Artikel stark variieren.